| Herren und Besitzer von Schloß Saaleck |
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Über die Anfänge der Burg um 800 n.Chr. gibt es nur Vermutungen. Erbaut wurde sie wohl als so genannte Fliehburg, auf die sich die Siedler bei nahender Gefahr zurückziehen konnten. Die Bezeichnung "Schloss" hat sich zwar eingebürgert, Saaleck ist aber strenggenommen von der Anlage her eine Burg. Sicher ist, dass 777 Karl der Große das Gebiet samt Burg den Fürstäbten von Fulda schenkte. Amtmänner und Burgleute
Im 14. Jahrhundert wurde Amt und Burg Saaleck auch an adelige Gläubiger der Fürstäbte verpfändet. Die Gläubiger erhielten als Zinsen für ihre Darlehen an die Fürstäbte die Einnahmen aus der Bewirtschaftung. Fürstäbte – die eigentlichen Herrscher Die Fürstäbte kamen oft zu Besuch und wohnten dann im Ostflügel (1418 erbaut) Dieser „Fürstenbau“ war der Nachfolger des alten Wohngebäudes auf der Nordseite. Viele Wappen zeugen von der Bautätigkeit der Fuldaer Äbte. Abt Marquard (1150 -1165) war der Ausbau von Saaleck als südlichstem Eckpfeiler der Fuldaer Herrschaft wichtig. Er baute die Burg als Verteidigungsanlage aus. Heinrich von Erthal (Amtszeit 1249 – 1261) vollendete 100 Jahre später die Befestigung der Burg mit neuen Gräben, Zinnen und Wehrmauer. Bereits seit 1523 hatte Saaleck keine Besatzung mehr. Letzter Pfandnehmer und Amtmann der Burg war Ulrich von Hutten. Während des Bauernkrieges wurden der Centturm und die Wohngebäude schwer verwüstet, die Burg blieb bis 1525 unbewohnt. Danach kamen wieder Amtmänner auf die Burg.
Danach blieb die Burg unbewohnt und schutzlos. Das nutzten Bauern aus der Umgebung. Sie holten sich Steine, um ihre im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannten Höfe wieder aufzubauen.
Nach seinem Tod kümmerte sich der Kardinal und spätere Fürstabt Bernhard Gustav zu Baden-Durlach um die Burg. Ihm ist die Wiederherstellung des Ostflügels (um 1671) zu verdanken. Bereits 1667 war die Burg nicht mehr von einem Burgherrn bewohnt. An ihrer Stelle traten Gutspächter, die im unteren Stockwerk des Hauptbaus auf der Nordseite wohnten und Hof und Weingut bewirtschafteten.
Die Nachfolger der Fürstäbte Nach der Säkularisation kam Saaleck 1816 an das Königreich Bayern. 1833 brannten die Wirtschaftsgebäude völlig ab. 1851 verkaufte Bayern das Schloss samt Gut an den Würzburger Bankier Michael Vornberger. Unter ihm kam es 1866 zu einem schweren Brand. Wirtschaftsgebäude und Fürstenbau brannten vollkommen ab, doch Vornberger ließ die Gebäude neu errichten. Seine Erben verkauften es bereits 1894 weiter an Hugo Rosenthal, Salomon Adler, Imanuel Rosenfeld und Nathan Ney.
1907 kauften Bauunternehmer Heinrich Lehr aus St. Ludwig im Oberelsaß und Josef Stefan aus Basel die Burg. Weil sie in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, kaufte es Gustav Müller 1912 wieder zurück.
1933 starb Hans Creutzer. Laut Zeitzeugen beging er Selbstmord und wurde unter militärischem Geleit der SS in der Nähe der Burg (auf dem ehemaligen Trimm-dich-Pfad) begraben. (Foto Wengerter)
Danach wurde das Schloss zwangsversteigert. Erworben wurde es von der Schweizerin Elisabeth Degen, die Saaleck im selben Jahr – 1935 - an die Brüder Albert und Willy Biffar aus Maikammer bzw. Neustadt a.d. Haardt verkaufte. Diese betrieben auch wieder Weinbau. Verwalter waren Wilhelm Junghanns und Schön.
Der studierte Diplom-Landwirt kam nach dem Krieg 1946 als Verwalter nach Schloß Saaleck und musste sich erst im Weinbau einarbeiten. Er widmete sich intensiv den Weinbergen und galt als Pionier des Weinbaus im Saaletal, dem damals keiner mehr eine Chance eingeräumt hatte. Junghanns war auch Lehrer im Fach Weinbau an der ehemaligen Hammelburger Landwirtschaftsschule und trat leidenschaftlich für den Saaletalwein ein. Durch sein Wirken erwarb sich der Saalecker Weinbaubetrieb einen guten Namen. Der "Kellerzwerg", eine kleine Schriftenreihe, mit der für den Wein geworben wurde, ging auf sein Konto. Seine Tochter besaß auf Schloß Johannisberg bei Rüdesheim ein Weingut, so dass er als Rentner wieder Weinproben und Fachgespräche mit Gästen führen konnte. Junghanns starb im April 1975. |















